Kirchtag - "Kischtamichl" 


Am Vorabend des Kirchtages stellen Burschen des Dorfes allein mit der Hand und meistens ohne moderne technische Hilfsmittel den "Kischtamichlpaam", einen riesigen Lärchenstamm auf, auf dessen Spitze der "Kischtamichl" befestigt ist, eine Stohpuppe mit gewöhnlich einem Krapfen und einer Schnapsflasche in der Hand . Nun müssen die Burschen Nachtwache halten, damit der "Kischtamichl" nicht von Burschen des Nachbardorfes gestohlen wird, denn dies wäre eine große Schande. Gelang es den Burschen des Nachbardorfes trotz aller Vorsicht der -oft betrunkenen- Wächter den "Michl" zu stehlen, so wurde dieser zum Spott im Nachbardorf kopfüber auf dem dortigen "Kischtamichlpaam" aufgehängt. Heute findet rund um den "Kischtamichl" oft ein richtiges Volksfest statt, an dessen Höhepunkt der "Kischtamichlpaam" verlost wird. In den letzten Jahren wurde das traditionelle "Kischtamichl"- Aufstellen neu belebt.


Usche 


In Kasern wird nicht ein "Kischtamichl" aufgestellt, sondern sein weibliches Gegenstück, die "Usche"(Ursula). Dies geschieht nicht am allgemeinen Kirchtag, sondern am "Uschntog" (Am Sonntag nach dem Ursulatag, am 21. Oktober), der vom Notdurfter in Prettau bis Heilig Geist gefeiert wird.



Kirchtagessen


Eine sehnsüchtig erwartete Abwechslung in der ewig gleichen Speisenabfolge war das "Kischta" (Kirchtag )- Essen. Besonders die Kinder freuten sich auf die Einladung bei Verwandten, auf das wahrlich üppige Festessen, welches ganz aus dem Rahmen des sonst Üblichen fiel. Zuerst gab es meistens Nudelsuppe und Knödel, dann "Dunkamaislan" (eine Art Krapfen in einer Marmelade- oder Weinsoße), "Reislebo" (süßer Reis mit Sultaninen und Zimt), Braten und als Nachspeise allerhand Krapfen und Milch. Wein wurde selten serviert.



Öffentliche Bibliothek Ahrntal

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Diese Seite wurde am 17. September 2002 aktualisiert.
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