Kost und Essenszeiten


Kost und Essenszeiten: Die wöchentliche Abfolge der Speisen war im Ahrntal ziemlich einheitlich und aus heutiger Sicht sehr eintönig. Fast jedes Mittag- und Abendessen begann mit dem Verspeisen einer Schüssel voll „Erdäpfel in der Schale“. Als Hauptspeise gab es am Montag meistens „Kasnöckn“, am Dienstag Knödel, am Mittwoch „Ribla“ (Schmarrn) oder „Gibochns“ (eine Art Mus, allerdings gebacken und sehr fett), am Donnerstag wiederum Knödel, am Freitag „Plente“ (Polenta) oder Preßknödel, am Samstag „Kasnöckn“ oder „Müis“, am Sonntag zuerst Gerstsuppe und dann wiederum Knödel. Fleisch gab es sehr selten, nur an manchen Festtagen. Einige Ahrntaler „Spezialitäten“, welche den Speiseplan etwas bereicherten, waren: „Raislebo“ (süßer Reis mit Sultaninen und Zimt), „Frigl“- und „Zagglsuppe“, „Orbassuppe“ (Erbsensuppe), „Schtioseicklan“ (in Butter herausgebackene Nocken), „Schtraubm“ (in heißem Fett gebackene Mehlspeise), Einbrennmus, „Schwuaß“(Blut)-, Kraut-, Käse- und Leberknödel, Schwarzbeer-, Jutte-, Käse-, und Milchnocken sowie „Schwuaßnudl“ (Blutnudeln). Mancherorts stand am Samstag ein gußeiserner Topf, der „Fiktumhoufn“, mit „Züiseitza“ (Gerstsuppe mit Räucherfleischeinlage) auf dem Herd.

Nach dem Essen wurde meistens eine Schüssel mit „Milch und Breicke“ (steinharte Brotwürfel) auf den Tisch gestellt. Alle gemeinsam löffelten die Milch daraus. Diese war manchmal mit Wasser verdünnt („Milchgschweinze“). Anschließend putzte jeder seinen Löffel am „rupfenen“ Tischtuch oder am Gewand ab und steckte ihn mit dem Stiel in eine Lederschlaufe unter den Tisch.

Früher hielt man folgende Essenszeiten ein:

·     zwischen fünf und sechs Uhr: „Förmaß“ (Frühstück) - meistens „Müis“ oder Brennsuppe

·     zwischen acht und halb neun Uhr: „Naina“ (Halbmittag) - Brot, Milch, Käse, Schmalz

·     um zehn Uhr: „Mittoug“ (Mittagessen)

·     um drei Uhr nachmittag: „M’rende“ (Marende) - meistens „Ribla“ (Schmarrn), am Mittwoch und am Samstag Krapfen

·     um sieben Uhr abends: „Nochtmall“ (Abendessen) - Meistens gab es „ Erdäpfel in der Schale“, verschiedene Suppen, Preßknödel, „Juttetotscha“ (eine Art Preßknödel, aber in Molke gekocht) „Müis“ oder „Kasnöckn“. 


© Öffentliche Bibliothek Ahrntal

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Diese Seite wurde am 20. September 2002 aktualisiert.
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