Schwendttage


Die „Schwendttouge“ (Dienstag, Donnerstag und Samstag) waren früher tabu, sie galten als unheimlich und gefährlich, als Tage, die die bösen Geister, die Überirdischen beherrschten.  Kein Bauer hätte es z.B. früher gewagt, an den Schwendttagen das Vieh auf die Almen zu treiben oder bestimmte andere Arbeiten zu verrichten, denn dies hätte ein Unglück bedeutet. „Lowissn teippm“ (Bärenklau und Großen Ampfer ausrotten) sollte man allerdings an einem „Schwendttog“, an einem Donnerstag oder an einem Samstag. Bärenklau und Großer Ampfer waren als Futterpflanze auf den Wiesen unwillkommen. Die Bauern bekämpften sie, inden man sie zur Blütezeit abschnitt, um ihre Weiterverbreitung durch die Samen zu verhindern, oder indem man die Wurzeln abhackte. Ebenfalls an Dienstagen und Donnerstagen sollte man bei abnehmendem Mond nüchtern die Warzen mit Speichel betupfen, dann, so sagte man,  verschwinden sie. Außerdem wurde im Ahrntal dem nüchternen Speichel die Kraft zugeschrieben, heilsam gegen giftige Tierbisse zu wirken.

 

Teufelskreuz

Streift man durch den Wald, so sieht man öfters auf Baumstöcken ein Kreuzzeichen eingehackt. „ Dass do Toifl drauffe neit roschtn konn“ (dass der Teufel darauf nicht rasten kann), so lautet die Erklärung der Ahrntaler Bauern. Den Brauch, in die Wurzelstöcke gefällter Bäume das Kreuzzeichen einzuhacken, gibt es heute noch vereinzelt; übrigens auch den Brauch, das Kreuzzeichen in die Grenzsteine einzumeißeln. 


© Öffentliche Bibliothek Ahrntal

Zurück


Diese Seite wurde am 20. September 2002 aktualisiert.
Optimiert für IE 5 und 1024  X 768 Pixel